Rauchverbot in der Türkei - Kein Zigarettenrauch mehr in Cafés und Restaurants. Auch die Türkei hat ein Rauchverbot auf den Weg gebracht. Seit dem 19. Mai 2008 ist es in Kraft treten. Das Gesetz verbannt den Glimmstengel aus Restaurants und Cafés.
Die Zigarette im Mundwinkel gehört für viele Türken zum Alltag, doch auch in der Türkei wird es jetzt eng für Raucher. Der fünftgrößte Tabakproduzent der Welt, eine der letzten Raucher-Bastionen Europas, hat mit vielen anderen Industriestaaten gleichgezogen und ein striktes Rauchverbot in Bars und Restaurants erlassen.
Doch während die Umsetzung eines solchen Verbots in Frankreich, Italien und vielen deutschen Bundesländern ganz gut klappt, dürfte es in der Türkei schwierig werden. In kaum einem anderen Land wird so viel geraucht wie hier, 60 Prozent der Männer und 20 Prozent der Frauen greifen zur Zigarette.
Am 3. Januar 2008 hatte das türkische Parlament ein Gesetz abgenickt, das den Glimmstengel von Verwaltungsgebäuden, vom Arbeitsplatz und von öffentlich zugänglichen Gebäuden wie Restaurants und Cafés verbannt.
Gaststätten wurde eine anderthalbjährige Übergangszeit eingeräumt. Restaurantbesitzer räumen zwar ein, dass Nichtraucher besser geschützt werden müssten. Zugleich fürchten sie aber um ihre Gäste. "Es ist klar, dass weniger Leute kommen werden, denn acht von zehn Gästen rauchen".
Seit Sonntag den 18.07.2009 ist ausgerechnet in der Türkei, wo Pfeifen, Wasserpfeifen und Zigaretten fast schon zum kulturellen Erbe gehören, das Zeitalter des totalen Rauchverbots angebrochen.
Keine Raucherzonen Nach dem Ende der Übergangsfrist bleiben in Zukunft auch Cafés, Bars und Restaurants vom Qualm verschont. Raucher-Zonen wie etwa in Österreich gibt es nicht. Mit den strikten Maßnahmen soll die Sucht eingedämmt und andere Menschen vor Passivrauch bewahrt werden. In der Türkei sterben jährlich etwa 110.000 Menschen an den Folgen von Tabakkonsum.
Premier Tayyip Erdogan, ein strikter Nichraucher, gilt als großer Befürworter des Rauchverbots. Dennoch gab es in seiner eigenen Partei Widerstand gegen das Gesetz. Kaffeehausbesitzer sind aufgrund der neuen Regeln besorgt, da sie durch das Rauchverbot mit einem starken Kunden- und Einnahmensverlust rechnen. Wie genau die neuen Vorschriften eingehalten werden, ist aber fraglich.
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