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Gazi Mustafa Kemal Atatürk ist der Begründer der modernen Türkei mit dem Staatsprinzip des Kemalismus und erster Präsident der Türkischen Republik.
Der Ehrentitel "Atatürk" ("Vater der Türken") wurde ihm während seiner Präsidentschaft vom türkischen Parlament verliehen.
Geboren wurde Mustafa als Sohn von Ali Riza und Zübeyde Hanim in Thessaloniki, das damals ein Teil des Osmanischen Reichs war. Atatürk war türkischer Herkunft. Sein Großvater väterlicherseits, Hafiz Ahmet, zählte zu den Yörük-Türkmenen.
Seine Mutter Zübeyde war Tochter einer alteingesessenen türkischen Familie des Städtchens Langaza bei Saloniki. Sein Vater war Offizier der Miliz, Sekretär frommer Stiftungen und Bauholzhändler. Atatürks Eltern heirateten 1871. Von seinen fünf Geschwistern starben vier bereits in der Kindheit, nur Makbule (Atadan) lebte bis zum Jahre 1956.
Atatürks genaues Geburtsdatum ist unbekannt. Er soll einmal geäußert haben, dass es "doch schön sei, wenn ich am 19. Mai (dem Tag des Beginns der Befreiung der Türkei von alliierten Besatzern nach dem Ersten Weltkrieg) geboren wäre".
Auf eigenen Wunsch hin besuchte er eine weltliche Schule, nachdem er einige Monate lang, auf Wunsch der Mutter, eine religiösen Schule besucht hatte. Auf der militärischen Mittelschule in Saloniki wurde sein Talent schnell erkannt. Seinen Abschluss machte er in Bitola.
Lebenslauf
1881 19.
Mai: Kemal Atatürk wird als Mustafa im griechischen Saloniki (heute:
Thessaloniki) als Sohn des Leutnants Ali Riza und dessen Frau Zübeyde
Hanim geboren.
1895-1899 Besuch der Militärschule Monastir. Hier erhält er den Beinamen Kemal.
1899-1905 Er geht zur Kriegsakademie in Istanbul, die er als Hauptmann verläßt.
1905 Anstellung im Kriegsministerium.
1906 Mitbegründung
der oppositionellen Geheimorganistaion "Vaterland und Freiheit" in
Damaskus. Kurz darauf Mitglied in einer der größten oppositionellen
Gruppen, dem "Komitee für Einheit und Fortschritt".
1908/09 Als
Armeestabschef nimmt er an der sogenannten jungtürkischen Revolution
gegen den herrschenden Sultan teil, den er zur Abdankung zwingt.
1911/12 Major im italienisch-türkischen Krieg.
1912/13 Teilnahme an den Balkan-Kriegen.
1913-1915 Militärattaché in Sofia.
1915/16 Während des Ersten Weltkriegs ist die Türkei Bundesgenosse der Mittelmächte. Als
Divisionskommandeur erwirbt sich Atatürk seine militärische Reputation
durch die Abwehr der britischen Invasion bei den Dardanellen und gilt
in der Bevölkerung als "Retter von Istanbul". Er erhält den Titel
Pascha.
1916-1918 Zum General befördert, ist Atatürk Oberbefehlshaber an der Kaukasusfront und in Syrien.
1919 Die
nach dem Ersten Weltkrieg beginnende Demobilisierung der osmanischen
Armee und die faktische Auflösung des Osmanischen Reichs durch die
Entente-Staaten ruft türkischen Widerstand in den nicht besetzten
Gebieten hervor. Er wird zum Armeeinspekteur ernannt, nimmt aber
seinen Abschied aus der Armee, weil er einen unabhängigen türkischen
Staat anstrebt. Mai: Nach dem Einmarsch der griechischen Armee nach
Izmir und der italienischen Armee in Anatolien organisiert Atatürk den
nationalen Widerstand auf zwei Nationalkongressen und wird
Oberbefehlshaber einer Armee gegen die Griechen. September: Die
nationale Bewegung erklärt im "Nationalpakt" die Unabhängigkeit und das
Selbstbestimmungsrecht aller türkischen Gebiete zu ihrem Ziel. Atatürk
gündet ein Repräsentativkomitee als Gegenregierung und wird dessen
Vorsitzender.
1920 April: Konstituierung der
Großen Nationalversammlung in Ankara, von der Atatürk zum Präsidenten
und Premierminister ernannt wird. Juni: Atatürk lehnt den diktierten
Friedensvertrag von Sèvres ab und erhält militärische Hilfe durch die
Sowjetunion im griechisch-türkischen Krieg.
1922 Atatürk
läßt sich als Oberbefehlshaber mit allen Autoritäten ausstatten,
erzielt militärische Erfolge gegen die Entente-Staaten und schafft das
Sultanat ab.
1923 Juli: Der Friedensvertrag von Lausanne erkennt die Unabhängigkeit und Souveränität der neuen Türkei an. August: Gründung der Republikanischen Volkspartei. 29. Oktober: Atatürk proklamiert die Republik und wird ihr Staatspräsident. Heirat mit Latife Hanim. Die Ehe wird zwei Jahre später geschieden.
1924 In
der Verfassung werden die sechs Prinzipien des Kemalismus
festgeschrieben: Nationalismus, Säkularismus, Modernismus,
Republikanismus, Populismus, Etatismus.
1925 Niederschlagung eines kurdischen Aufstands im südlichen Anatolien.
1926 Beginn
umfangreicher Reformen mit der Abschaffung des islamischen Rechts und
der Einführung eines mitteleuropäischen Rechtssystems, das Frauen
gleiches Recht zusichert.
1928 Umstellung
der arabischen Schrift auf Lateinschrift. Ebenso wie bei der Anpassung
an westliche Kleidungsnormen wirbt Atatürk selbst auf Reisen durch das
ganze Land bei der Bevölkerung für sein Vorhaben. Während er innenpolitisch die kemalistischen Reformen durchsetzt, bemüht sich Atatürk außenpolitisch um Friedenssicherung.
1930 Dem
Ruf nach mehr Demokratisierung Folge leistend, läßt er eine
Oppositionspartei gründen, die er jedoch aus Konkurrenzgründen schon
bald wieder zerschlägt.
1934 Einführung von Familiennamen. Die Große Nationalversammlung verleiht ihm den Familiennamen Atatürk (Vater der Türken).
1938 10.
November: Kemal Atatürk stirbt in Istanbul und wird einige Jahre später
in Ankara in einem für ihn gebauten Mausoleum beigesetzt.
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